17.11.2016
Nicole Diana Engelhardt

Volksleiden Rückenschmerz: Ein ganzheitlicher Erfahrungsbericht

Es gibt unzählige Dinge, die man über das Volksleiden Rückenschmerz sagen könnte. Man könnte sofort bei diesem Detail, jener Statistik oder bei Verhaltens- und Therapieratschlägen anfangen. Aber das wäre nicht der Anfang, sondern schon das Ende. Und wenn Sie am Ende einer Geschichte anfangen, kommen Sie nie zu einem vollständigen Bild. Der Anfang liegt ganz woanders. #

Die Stütze Ihres Lebens im höchsten Zustand der Evolution

Die Aufrichtung von vier auf zwei Beine ist einer der größten Schritte in der »Evolution der Intelligenz«, denn die Körperhaltung geht einher mit dem Bewusstseinszustand eines Lebewesens. Gleichzeitig ist die Aufrichtung aus der »Evolution des Körpers« gesehen ein für die Wirbelsäule sehr ungewöhnlicher Zustand. Plötzlich und entgegen allen anderen Lebewesen, lastet das gesamte Körpergewicht auf zwei statt vier Füßen. Die Bandscheiben werden ganz anderes belastet, als im sogenannten »Vierfüßler-Stand«. Diese Haltung auf zwei Beinen erfordert eine Fähigkeit, die man auf vier Beinen viel weniger braucht: Balance! Gleichgewicht! Für die Verschleißfreiheit der Wirbelsäule ist es plötzlich von zentraler Bedeutung, ob sich alle Kräfte im Körper des Lebewesens Mensch miteinander im Gleichgewicht halten, oder ob sie aneinander zerren und drücken. Ob eine Kraft stärker ist und eine andere vernachlässigt, bestimmt im aufrechten Gang erheblich, ob die Teile der Wirbelsäule entspannt und gerade aufeinander sitzen oder schief belastet werden.


Die unsichtbare Verbindung des Rückens zum Leben eines Menschen

Nun ist Ihr Körper nicht hier und das Leben dort, sondern beide sind miteinander verbunden. Das Leben und Ihre ständigen täglichen Bewegungen wirken auf Ihren Körper ein. Wenn etwas, das Sie viel umgibt nicht in Balance ist, wird Ihr Körper darauf reagieren.

Beobachten Sie Menschen, die sich immer getrieben fühlen: ihr Körper wird, wie in einem ständigen Rennen, etwas nach vorne geneigt sein. Der Kopf will gerade sein, also gleichen sie es aus, indem sie ihn instinktiv nach hinten ziehen. Und schon haben sie zerrende Kräfte an der Wirbelsäule.

Sehen Sie sich Menschen an, die viel Traurigkeit durchleben. Die Schultern fallen nach vorne und die oberen Brust- und Halswirbel biegen sich ebenfalls nach vorne. Man lässt den Kopf hängen. Das ist nicht nur eine optische Frage oder eine Frage der Statik. Jede Körperhaltung eines Menschen erzeugt in ihm ein ganz bestimmtes Lebensgefühl.

Testen Sie es selbst: Lassen Sie Ihren Kopf hängen und die Schultern nach vorne kippen und achten Sie auf die Veränderung Ihres Grundgefühls. Und nun nehmen Sie die Schultern zurück, richten sich auf und nehmen den Kopf hoch. Was macht das mit Ihrem Lebensgefühl?


Der erste Therapieschritt für das Thema Rücken ist: Die Erkenntnis der Zusammenhänge

Die Haltung des Körpers bestimmt also ganz erheblich Ihre Gefühle und damit Ihre Weltsicht. Wenn Sie aufrecht und gerade durchs Leben gehen, werden Sie es anders erleben als jemand mit geballten Fäusten und hochgezogenen Schultern. Doch die Wirkung geht noch weiter.

Die Menschen um Sie herum lesen an Ihrer Haltung ab, was Sie wohl für ein Typ Mensch sind. Selbst falls es gar nicht stimmen sollte, wird ein aufrechter Mensch eher als selbstbewusst und klar empfunden und ein gebeugter Mensch als schwächer oder krank oder unsicher. Ihre Realität reagiert auf Ihre Haltung. Und Ihr Körper reagiert mit seiner Haltung zurück auf die Realität.

Es mag sein, dass Sie Ihre Realität nicht so einfach und sofort verändern können. Aber Sie können Ihre Haltung der Realität gegenüber verändern. Sie können eine Haltung im Körper einnehmen, die mit Ihren Wünschen, Werten und Zielen übereinstimmt. Daraufhin werden sich Ihre Gefühle verändern. Und weil Gedanken sofort auf Gefühle reagieren, werden sich auch die Gedanken gegenüber der Welt verändern. Sofern es Ihre ganz persönliche Realität betrifft, Ihr eigenes Universum, spielen Ihre Haltung und Ihre daraus folgenden Gefühle eine erhebliche Rolle.

Aus der Praxis der ganzheitlichen Rückentherapie

Evolutionswissen einsetzen: Prüfen Sie als Erstes den Stand.

Viele Menschen sind noch nicht »ganz« aufgerichtet und verteilen ihr Gewicht mit einer viel zu starken Belastung auf den Vorderfuß und somit auf das grazile Mittelfuß-Gewölbe und die Zehen. Die Gewichtverteilung vorne-hinten, sowie rechts-links, ist besonders wichtig, um den Leiden des Bewegungsapparates präventiv zu begegnen und auch, um bei akuten Beschwerden eine Linderung herbeizuführen. So sollte das Mittel-/Vorfußgewölbe mit nicht mehr als 15 kg belastet sein. Der Praxisalltag zeigt, dass die Patienten in der Regel 40-60% ihres Gewichtes auf den Vorderfuß belasten. Dadurch entstehen Wirbelsäulenbeschwerden, da die Zugkraft nach vorne jene Muskeln arbeiten lässt, die wir in Flucht- und Angriffs-Situationen benötigen, nicht aber jene für eine entspannte Haltung in der Mitte. Als Folge krallen sich die Zehen zusammen, versuchen Gewicht zu kompensieren und so können Krallenzehen, Hallux Valgus sowie Morton Neuralgien im Mittelfuß entstehen. Der untere Rücken wird durch den Zug geschwächt und gebeugt.

Die Stoffe des Lebens zuführen

Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie und Physiotherapie gewinnt die Supplementierung orthomolekularer Substanzen immer mehr an Bedeutung und beschleunigt den Gesundungsverlauf oder lindert chronische Beschwerden.

> Kombinationspräparate aus Glucosamin, Chondroitin, Hyaluron und Collagen gelten vor allem bei Gelenks- und Knorpelverletzungen unverzichtbar.

> Vitamin E kann als Schmerzmittel fungieren und die Einnahme von konventionellen Schmerzmitteln deutlich senken.

> Methylsulfonylmethan (MSM), eine schwefelhaltige Substanz, wird bei Schmerzzuständen von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Arthrosen und Arthritis eingesetzt.

> Entzündliche Vorgänge wie entzündete Sehnen, Wirbelsäulenschmerzen, Steifheit der Gelenke sowie Arthritis können hervorragend mit Weihrauch (Boswellia serrata) behandelt werden.

> Therapiebegleitend setze ich bei hartnäckigen und schmerzhaften chronischen Entzündungen von Muskeln und Gelenken, oder beispielsweise dem "Tennis- Ellenbogen", Enzyme (Bromelain, Papain, Trypsin, Chymotrypsin) ein.

> Als preisgünstiges Hausmittel empfehle ich meinen Patienten auch gerne das Hagebuttenpulver, das z.B. in Joghurt eingerührt ein Genuss ist.

> Verschiedene Vitalpilze, wie z.B. dem Reishi, der besonders reich an Mineralstoffen und Vitaminen ist, wird eine überaus schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Der Praxisalltag bestätigt das.

> Übersäuerung führt häufig zu muskulär bedingten Rückenbeschwerden, die mit einem entsprechenden Basenpräparat gelindert werden können. Vitamin D, Calcium und Magnesium sind für den Erhalt von Knochen unerlässlich.

> Gerne setze ich auch homöopathische Komplexmittel ein.


Therapie im System: Die Übertragung im Familiensystem korrigieren

Oft vergessen aber vielfach eine erhebliche Quelle: Sehen Sie sich den Stammbaum eines Menschen mit der Brille der Rückenleiden-Schau an. Achten Sie auf die Körperhaltungen der Vorfahren, auch durch Befragung. Dann achten Sie auf die Lebensschicksale der Eltern, der Großeltern und Urgroßeltern. Sie werden feststellen: Rückenleiden kopieren sich – wie auch viele andere - innerhalb der Ahnenlinie weiter. Auf den ersten Blick fällt jedem dazu das Wort »Vererbung« ein. Mit einem ganzheitlichen Blick wird einem das Wort »Familienschicksal« einfallen. Das Schicksal kopiert sich und die Haltung des Letzten in der Reihe zeigt es.

Wenn dies der Fall ist, heißt das gute Mittel der Wahl: Arbeit am Familienschicksal, auch »systemische Arbeit« genannt. Sobald ein Mensch die Lasten seiner Vorfahren nicht mehr tragen muss, hören nicht nur die Wiederholungsschleifen seines Lebens auf. Dann verändern sich nicht nur sein Gefühlsleben, seine Lebensumstände und seine Beziehungen. Es verändert sich auch sein körperlicher Zustand.

Systemarbeit zum Beispiel in Form von – gut gemachter – Aufstellungsarbeit hat sehr häufig auch eine spürbare Wirkung auf gesundheitliche Aspekte. Wenn Sie so etwas bei sich ahnen, suchen Sie jemanden auf, der hier gute Arbeit macht. Ein erstes Qualitätsmerkmal dabei ist: Wenn eine Veranstaltung – wie nach traditioneller Lehre üblich - viele Aufstellungen in wenig Zeit durchführt, man unglückerweise dabei auch noch auf die Uhr blickt und den Vorgang beendet, sobald die Zeit knapp wird, kann nur sehr schwer eine gute Arbeit daraus werden. Finden Sie unbedingt heraus, wie viel Zeit man sich für Sie und Ihr Thema nimmt. Die oft übliche halbe Stunde für die Klärung und Lösung einer echten Ursache, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu wenig.


Manuelle Therapiemöglichkeiten – eine Auswahl

Der Teufelskreis des Schmerzes – Circulus vitiosus bei Muskelverspannungen

In der heutigen Zeit gleicht das Gewebe beinahe jedes Menschen in unserer Gesellschaft einer Müllhalde. Ob Lebensmittelzusätze, Medikamente oder Umweltgifte, unser Organismus ist mit der Entsorgung hoffnungslos überfordert. Verändert sich das Gewebsmilieu, hat es Auswirkung auf andere Organe. Der Organismus ist vernetzt und reagiert als Ganzes, selbst wenn uns nur ein Teil gestört vorkommt. Stellen Sie sich vor, Sie laufen jeden Tag einen Marathon, wahrscheinlich wären Sie nach einer Woche total erschöpft. Nichts geht mehr und Sie müssen sich ausruhen und erholen. So geht es auch unserem Organismus, wenn er auf Hochtouren immer wieder unsere „Sünden“ auszugleichen versucht.


Pneumatische Pulsationsmassage: Eine gesunde Erfindung

Mit sanftem Druck wird das Gewebe angesaugt und sofort wieder entspannt – 200mal pro Minute. Die Pneumatische Pulsationsmassage regt die Bewegung sämtlicher Gewebe- flüssigkeiten an. Insbesondere verstärkt sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes und der Lymphe. Die im Gewebe angesammelten Stoffwechselschlacken und Umweltschadstoffe werden gründlich gelöst und den Entgiftungs– und Ausscheidungsorganen zugeführt.

Es kommt zu einer spürbaren Entlastung des gesamten Organismus. Körpereigene Vitalstoffe wie Hormone, Vitamine und Mineralien haben „freie Bahn“ zu den Zellverbänden und stehen verstärkt für einen optimalen Stoffwechsel und eine damit verbundene Gesundung zur Verfügung. Entzündung führt zu Schmerz, Schmerz führt zu Stress, Stress und Schmerz führen zur Muskelverspannung. Durch Irritation und Reizung entzündet sich der Muskel und das umliegende Gewebe Muskel wird gereizt und reagiert mit Irritationen. Ein angespannter Muskel benötigt mehr Sauerstoff als vorhanden ist. Der Muskel hat Sauerstoffmangel. Durch Sauerstoffmangel entgleist der Stoffwechsel, „Schlacken“ können nicht abtransportiert werden und es entsteht eine Säureanhäufung. Die Pneumatische Pulsationsmassage unterstützt den Körper sehr spezifisch und gezielt bei seinen lebenswichtigen und gesund erhaltenden Ausscheidungsvorgängen Sie aktiviert die meist stagnierenden körpereigenen Regulationsmechanismen.


Osteopathie

Osteopathie ist eine so genannte »sanfte Technik, die mit den Händen des Therapeuten ausgeführt wird. Mit gezielten Griffen versucht der Therapeut wieder Beweglichkeit herzustellen (ähnlich wie Manuelle Therapie). Dabei wird das funktionelle Gleichgewicht des Körpers beachtet, da unterschiedlichen Bereiche des Körpers aufeinander reagieren. Im besten Fall läuft im Körper alles harmonisch ab.


Craniosacrale Therapie

Craniosacrale-Therapie ist eine feine, tiefgreifende Körperarbeit, die auf allen Ebenen des menschlichen Seins ausgleichend und harmonisierend wirkt. Sie ist eine alternativmedizinische manuelle Behandlungsform, die ihre Ursprünge in der Osteopathie hat. Begründet wurde die »Craniosacrale Osteopathie« von dem amerikanischen Arzt William Garner Sutherland D.O. (1873 - 1954). Er war ein Schüler Andrew Taylor Stills (1828 - 1917), dem Begründer der Osteopathie. Der Name »Craniosacrale Therapie« wurde in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts vom amerikanischen Osteopathen Dr. John E. Upledger (geb. 1931) geprägt.


Triggerpunktverfahren

Die Triggerpunkttherapie zielt auf die Beseitigung myofaszialer Triggerpunkte ab. Das sind lokal begrenzte Muskelverhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können. Rund 80 bis 90 % der Schmerzsyndrome sollen auf derartige Muskulatur Verhärtungen zurückzuführen sein. So ist bspw. ein myofaszialer Triggerpunkt im Schulterheber-Muskel (M. trapezius), der Schmerzen im Hinterkopf/Schläfenbereich auslösen (triggert) kann, auch in den meisten Fällen der Auslöser für jene Schmerzbilder


Dorn-Breuss

Auf eine sanfte, einfühlsame aber auch kraftvolle Art werden die verschobenen Wirbel und Gelenke wieder an ihren idealen Platz unter Bewegung des Patienten zurückgeschoben. Meist verwendet der Therapeut, bzw. die Therapeutin nur ihre Hände dazu. Der Therapeut gibt in der Regel Übungen mit nach Hause, damit der Patient täglich seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann.


Invasive Techniken

Akupunktur

Die Akupunktur gilt als hocheffiziente und dabei nebenwirkungsarme Therapie, die hervorragend in der Schmerztherapie einen festen Platz in meiner Praxis hat.


Neuraltherapie - Alternativmedizin

Mit der Neuraltherapie wird in der Tiefe an Ort und Stelle der Schmerzursache durch ein Lokalanästhetikum wie z.B. Procain die Schmerzreizleitung unterbrochen. Die Therapie wirkt überaus unterstützend vor allem bei Lumbalischialgien, Ischias, Prolaps. Sie wird alle 2-3 Tage angewendet über einen Zeitraum von 2-3 Wochen.

Beliebt sind auch Anwendungen im Bereich der Fernpunkte oder auch Triggerpunkte. Da das Große immer im Kleinen zu finden ist, z.B. bei der Irisdiagnose der Körper im Auge, bei der Ohrakupunktur im Ohr oder bei der Fußreflexzonenmassage in der Fußsohle, gibt es entsprechende Injektionsorte z.B. an der Hand, dem Fuß oder im Ohr, um z.B. im unteren Rücken für Entlastung bis hin zur Beschwerdefreiheit zu sorgen.


Quaddeltherapie

Mit der Quaddeltherapie werden bei chronifizierten Schmerzen Reize gesetzt, indem in kurzem Abstand Quaddeln direkt unter die Haut gespritzt wird. Hier werden die Reparaturkräfte des Körpers aktiviert.

TAM – Traditionelle abendländische Medizin

Weitere bekannte Verfahren der abendländischen Medizin sind das Schröpfen und das Baunscheidtieren, die bei Gelenkproblemen, Arthrose und Myalgien erfolgreich Anwendung finden.


Taping

Taping ist im akuten Schmerz für viele Patienten eine Erlösung und die Möglichkeit, sich trotz eines Hexenschusses aufrecht zu bewegen. Die Muskulatur wird durch Taping („heilende“ elastische Klebebänder) entlastet und der Stoffwechsel angeregt. Der Patient spürt augenblicklich eine starke Erleichterung.


Sieben wesentliche Informationen für Therapeuten

> Es ist nie nur der Rücken. Betrachten Sie den Menschen ganzheitlich. Sein Leben und seine Lebensführung

> Nur mit der Compliance des Patienten gibt es einen Heilerfolg. Informieren, schulen und motivieren Sie ihn. Wenn er die Zusammenhänge nicht wirklich verstanden hat, kann er seinen Willen nicht vollkommen einbringen und gibt auf halber Strecke auf.

> Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel und sind oft deutlich besser durchzuhalten, als wenige große Schritte. Beim Rücken geht es nicht um schnelles Reparieren, sondern um das Umgewöhnen in eine neue Lebenshaltung. Versuchen Sie möglichst, nicht einen Dauerpatienten zu haben, sondern jedem den Weg in ein neues Leben zu zeigen.

> Seien Sie ein Vorbild. Tun Sie selbst, was Sie anderen raten. So kann der Patient an Ihnen ablesen, wie man »richtig« durchs Leben geht.

> Muskeln aufbauen alleine kann sogar einen vorhandenen Fehler verstärken. Wenn Sie den Rücken aktiv stärken, müssen Sie die Gegenseite - den Bauch – aktiv entspannen. Nur dann kann Aufrichtung geschehen. Ansonsten ziehen Sie, statisch gesehen, eine Bogensehne immer stärker an und biegen dabei den Bogen immer mehr in Spannung. Wenn die Muskeln am Rücken hinten stärker werden, zum Beispiel, weil Sie trainieren, richtet sich tatsächlich etwas auf, weil die Spannung hinten stärker wird. Oft trainiert man gleichzeitig auch die Bauchmuskeln, was kein Fehler ist, aber: Wieder baut man damit Spannung auf, dieses Mal von vorne. Und nun wirken an der Vorderseite Kräfte, welche die Wirbelsäule nach vorne biegen wollen und an der Hinterseite wirken Kräfte, welche sie aufrichten wollen.

Die Wirbel der Wirbelsäule würden eigentlich gerne wie ein Türmchen von selbst aufeinander stehen. Es geht also darum ein entspanntes Balancegefühl in der Mittelachse zu finden, nicht ein angespanntes. Und hier kommt die Dehnung ins Spiel. Dehnen Sie die Bauchmuskeln und unbedingt die vorderen Muskeln der Oberschenkel. Und zeigen Sie ihrem Patienten Übungen dazu.

> Wenn möglich: Greifen Sie in einen ganzheitlichen Handwerkskasten verschiedener Heilmöglichkeiten. Orale Supplementierung (orthomolekulare Medizin, Komplexhomöopathie, Phytotherapie), Manuelle Therapiemöglichkeiten (Osteopathie, Körperarbeit, manuelle Therapie, Craniosakrale Therapie), Invasive Techniken wie Neuraltherapie / Quaddeln, tägliches Übungsangebot wie Bewegungsschule, Yoga, Tai Chi, Chi Gong, Feldenkrais etc.

> Nutzen oder erweitern Sie Ihr Wissen um den Gesamtkreislauf des menschlichen Lebens. Ein Rückenthema ist nie nur ein Rückenthema, sondern ein Kreislauf, der Körper, Geist und Seele betrifft. Deshalb lohnt es sich besonders, an verschiedenen Schlüsselpunkten heilend in den Kreislauf einzugreifen.


Tipps für den Alltag und zu Hause

Wenn der Patient die Praxis verlässt, beginnt seine Arbeit an einem besseren Leben.

> Die innere Einstellung hilft der äußeren Aufrichtung. Gehen Sie gerade durchs Leben. Ungebeugt von äußeren Einflüssen.

> Üben Sie mit einem Buch auf dem Kopf durch die Wohnung zu gehen

> Yogaübungen für den Rücken täglich 15 Minuten – ein Miniprogramm mit großer Wirkung: Rückenschaukel, Seitenschaukel, Hund, Panther, Kerze, Sonnengruß. Yoga, Tai Chi, Chi Gong, Feldenkrais, Tanzen, Schwimmen etc., baut nicht nur Stress ab, sondern entlastet.

> Atmen Sie bewusst in den Bauch, das entspannt die Bauchdecke, der Zug nach vorne lässt nach.

> Visualisationsübung: Stellen Sie sich Ihre Wirbelsäule ganz und heil vor. Lassen Sie ihre Wirbelsäule innerlich hell und leuchtend werden, bis sie strahlt


Literatur:

Arthrose: Endlich schmerzfrei durch Bio-Stoffe, Prof. Dr. Michaela Döll, Goldmann Verlag, ISBN-10: 344216902X, ISBN-13: 978-3442169023

Heilen mit der Methode Dorn: Das Praxisbuch für die sanfte Behandlung von Rücken und Gelenken, Dorn, Flemming, Schulze, Kamphausen Verlag, ISBN-10: 3899018958, ISBN-13: 978-3899018950

Der geheime Plan Ihres Lebens: Woher, wohin, warum?, Ruediger Schache, Arkana Verlag, ISBN-10: 3442338549, ISBN-13: 978-3442338542

CranioSacrale Therapie selbst anwenden: Einfache Übungen für mehr Energie und Gesundheit. Gert Groot Landweer, Südwest Verlag, ISBN-10: 3517085510, ISBN-13: 978-3517085517

Internetlinks: www.pneumed.de; www.vitalpilze.de

Die Autorin Nicole Diana Engelhardt arbeitet als Heilpraktikerin in eigener Naturheilpraxis in Tutzing