Die Farbe Gelb
Waltraut Nitschke
Referat am campus Naturalis , April 2006
GELB
Gelb ist neben Weiß die höchste, leichteste Farbe und die hellste. Gelb steht für leichtes Denken, Leichtigkeit. Gelb ist Bewegung. Gelb als Farbe hat die größte Strahlkraft. Die Strahlendste und Ausstrahlendste. Gelb entspricht dem Temperament des Sanguinikers, aufstrebend. In der Märchenwelt ist dies der Suppenkasper oder der Zappelphilipp, im Tierkreiszeichen das Luftzeichen. Gelb symbolisiert auch nichts greifbares, sondern freies, bewegliches geistiges Gut. Die Intuition, die Idee und Findigkeit, der Geistesblitz, der freie Geist, die Gedanken sind frei. Gelb ist leicht, hell, beweglich, frei nach außen, extrovertiert, vielseitig, intuitiv, leichtsinnig, großzügig, Tag, männlich, Yang.
Zur Einstimmung
Ein klassisches japanisches Haiku, wird die Morgenstimmung eines frühen
Sommertags beschrieben:
Der Raps in Blüte
Der Sonnenball im Osten
Und der Mond im Westen
Von Buson
Hier geht es um die Erscheinungsweisen des Gelben, das intensive Rapsgelb, das
volle Rotgold der aufgehenden Sonne und das blasse Gelb des im Morgenlicht
erlöschenden Mondes. Jedes Gelb hat seine eigene Stimmung, seine eigene
Ausdruckskraft (aus dem Buch Ingrid Riedel, Farben)
Positive Ausdruckswerte: gelbe Blüten wie Löwenzahn, Raps, Sonnenblumen, reifes
Korn, reifes Gemüse (Kürbis, Melone, Paprika), reifes Obst (Mirabelle, Bananen,
Quitte), steht für reif, unreif wäre Küken. Dann Insekten wie Hummeln, Bienen,
Wespen und Tiere wie Löwen und Tiger. Schutzfarbe auf dem Wüstensand. Im
Ockergelb findet man die Stranddünen und die Wüste, weiter die schwefelgelben
Wolken, die Sandstürme, der Blitz und die Feuersäulen über den Vulkanen. Zu den
Kleidern: gelbe Sommerkleider, gelbe Seglerkleidung, Ostfriesenjacken, gelbe
Mönchsgewänder der Buddhisten oder die Kimonos in chinesischer Seide. Ins
goldene gehende der Honig, Harz, Bernstein oder im Gold selbst.
Negative Ausdruckswerte: steht für Krankheit, Vergiftungen, Gelbsucht, allen
Ärgers. Der Neid ist gelb, die Eifersucht, der Geiz, Falschheit und Lüge, der
christlichen Lehre zwei der sieben Todsünden. Nach altem Glauben sitzt der Ärger
in der Galle. Wer sich ärgert, wird gallenkrank, Krankheiten: wie Wahn,
Schizophrenie, Manie und Epilepsie werden mit gelb verbunden. (Vielleicht werden
Gelbtöne von Psychotikern bevorzugt, siehe Van Gogh)
Ursprung von Gelb
Die meisten Farben wurden aus natürlichen Substanzen gewonnen: aus Erde,
Steinen, Metallen oder Pflanzen und getrockneten Insekten. Der Rohstoff muss zu
einem feinen Pulver zermahlt werden. So erhält man ein Pigment. Dies wird mit
einem Bindemittel verrieben, so dass die Farbteilchen auf dem Malgrund haften
bleiben. Bindemittel sind z.B. Leinöl, Pflanzengummi, Leim, Eiweiß etc. Ein
kräftiges Gelb wird aus gelbem Ocker, einer tonhaltigen Erde gewonnen. Terra di
Siena (Sienaerde), ein Erdpigment, das früher besonders in der Nähe der
italienischen Stadt Siena gefunden wurde - ergibt ein zartes, leuchtendes Gelb.

Felsbild Altamira-Höhle
Dieses Bild wurde ungefähr vor 20.000 Jahren in einer Höhle bei Altamira in
Spanien gemalt. Der Maler benutzte die Farbstoffe, die er in seiner Umwelt
vorfand. Diese Künstler der Vorzeit ritzten zuerst mit einem Feuerstein den
Umriss in die Wand und füllten ihn dann mit Farbe. Die braunen, gelben und
rötlichen Pigmente verschafften sie sich, indem sie eisenhaltige Mineralien
zwischen Steinen zerrieben. Diese Pigmente vermischten sie mit Pflanzensäften,
Tierblut und Fett. Die Künstler trugen die Farbe wahrscheinlich mit den Fingern
oder mit Pinseln, die sie aus Haaren, Federn oder zerkauten Zweigen gefertigt
hatten.
Die Farbe Gelb symbolisiert das Sonnenlicht, die Erkenntnis und das Gedeihen des
Lebendigen, aber auch den Herbstes und die Reife. Die Sonne war bei allen
Völkern eines der wichtigsten Symbole. Viele Naturvölker verehrten sie als Gott.
Die alten Griechen stellten sich vor, dass der griechische Sonnengott Helios in
einem gelben Gewand auf einem von vier Feuerrossen gezogenen Wagen über den
Himmel fährt. Das strahlende, gelbe Licht der Sonne und ihren Göttern
verkörperte die göttliche Intelligenz. In China ist die Farbe Gelb dem
männlichen Yang, dem aktiven schöpferischen Prinzip, zugeordnet. Die alten
Ägypter, aber auch der Maler Franz Marc, sahen im Gelb jedoch das Weibliche, das
"Sanfte, Heitere, Sinnliche". Seit dem Mittelalter gilt Gelb auch als Farbe des
Neides und als Schandfarbe von diskriminierten Gruppen. Farbe der
Glückseeligkeit, Farbe des Ruhmes, Farbe der Weisheit, Farbe der Harmonie, die
Farbe der höchsten Kultur, das Gelb in Asien. Jedes Volk sieht sich den anderen
Völkern überlegen. Die Weißen idealisieren Weiß, für Asien ist Gelb die schönste
Farbe. Chinesen erleben das Gelb als lebensspendende Naturkraft, denn China wird
ständig von Staub aus der Wüste Gobi überzogen. China nannte sich seit je das
Reich der Mitte. Gelb war auch die Hoheitsfarbe des Kaisers. Die chinesischen
Sagen erzählen von einem gottgleichen Kaiser, der den Menschen die Kultur
brachte. Man nennt ihn den Gelben Kaiser. (Huang-ti). In China gibt es auch 5
Himmelsrichtungen und die Mitte und diese ist gelb. Da liegt China. Die 5
Grundfarben in China sind gelb, grünblau, rot, weiß und schwarz.
Die Alten Ägypter verwendeten auf Wandgemälden gelbes Ocker zur Darstellung von
Haut. In den Hieroglyphen wurde das Wort Frau mit gelber Farbe geschrieben. Auch
wurde Ocker zur Ausmalung von Bildhintergründen verwendet.
Safrangelb galt als die Farbe der Liebe und später auch als Wolllust. Der
Liebesgott Venus trug ein gelbes Gewand.
Im Mittelalter war es die Farbe der Dirnen. Sie trugen ein gelbes Band, einen
gelben Gürtel, gelben Umhang. Das Gelb wurde leicht durch andere Farbstoffe
verschmutzt.
Die Juden wurden von den Nationalsozialisten gezwungen, einen gelben Davidstern
als Erkennungszeichen zu tragen, im 12. Jahrhundert einen gelben Hut.
Die Wirkung von Gelb
Die positive Wirkung von Gelb bedeutet Licht und Wärme. Sie wirkt angenehm
auf das Gemüt, hebt die Stimmung und erwärmt.
Goethe schreibt: Sie ist die nächste Farbe am Licht. Sie führt in ihrer
schönsten Reinheit immer die Natur des Hellen mit sich und besitzt eine heitere,
muntere, sanftreizende Eigenschaft. Es macht einen warmen und behaglichen
Eindruck und kommt der Malerei der beleuchteten und wirksamen Seite zugute.
Daher ist sie äußerst empfindlich, und macht eine unangenehme Wirkung, wenn sie
beschmutzt oder einigermaßen ins Minus gezogen wird. Sie hat die Farbe des
Schwefels, die ins Grüne fällt, etwas Unangenehmes. Wenn die Farbe unrein und
auf unedlen Oberflächen mitgeteilt wird, Tuch, Filz und dergleichen, worauf sie
nicht mit ganzer Energie erscheint, entsteht eine solche unangenehme Wirkung.
Sie wird in die Empfindung des Kotigen verwandelt und die Farbe der Ehre und
Wonne wird zur Farbe der Schande, des Abscheus und Missbehagens umgekehrt. Daher
mögen die Hüte, die gelben Ringe und Mäntel der Juden entstanden sein.
Einige Künstler zur Farbe Gelb

Eugène Delacroix – Der Tod des Sardanapal, um 1827

Rembrandt – Die Nachtwache, 1642
Mode der hellen Farbe entstand Anfang des 17. Jahrhunderts am französischem Hof,
hoben sich von den Spaniern oder von den dunklen, gekleideten Bürgern ab oder
verliehen einfach nur ihrer Lebensfreude Ausdruck. Den Amsterdamer Bürgern ging
es gut.

Rembrandt – Der Mann mit dem Goldhelm, 1650

Gerhard van Honthorst – Fröhliche Gesellschaft (Detail), 1622
Eine Kerze als einzige Lichtquelle. Im 17. Jahrhundert galt die Kerze als
Sinnbild der Liebe, aber auch als das niederbrennend, das Vergehen von Zeit und
Schönheit. Nicht zufällig stellte der Maler neben jungen Frauen auch eine Alte.
Die Nächte waren sehr dunkel. Es gab keine allgemeine Straßenbeleuchtung. Arme
Leute benutzten Öllampen. Das stärkste Licht aber gaben Kerzen aus Wachs, wie
sie Gerhard van Honthorst, Ausschnitt aus Fröhliche Gesellschaft, 1622, gemalt
hat. (aus Meisterwerke im Detail, Band 1, Seite 331) (Siehe Foto)
Impressionismus (19. Jahrhundert)
Edgar Degas (1834 - 1917)
Paul Cezanne (1839 - 1906)
Camille Pizarro (1830 - 1903)
Claude Monet (1840 - 1926)
Pierre-Auguste Renoir (1841 - 1919)
Gegenstand der Malerei Form und Farbe, kurze und starke Pinselstriche
Freilichtmalerei (Malen in der freien Natur)
Vincent van Gogh (30.03.1853-29.07.1890) – Er war ein Wegweiser des
späten Expressionismus. Er zwang mit seinen Bildern, den Blick auf die
Ausstrahlung der einzelnen Gegenstände zu richten.
Seine Lieblingsfarbe war Gelb. Zuerst gelber Ocker, später das neu aufkommende
Cadmiumgelb (zu sehen in den berühmten Sonnenblumenbildern). Dazu liebte er die
Komplementärfarbe Blau. Sein großes Vorbild war der Maler Delacroix. Seine
Leidenschaft waren die zwei Farben Zitronengelb und Preußischblau. Van Gogh ließ
sich im Frühjahr 1888 von seinem Bruder Theo Farben schicken, und zwar die drei
Chrom-Gelb Orange, Gelb und Zitrone. Er benutzte alle Varianten des Gelbs von
hellster Zitronenfarbe bis zum dunklen Orange. Das Licht der Landschaften wurde
zur Farbe. Das Gelb drückte die Sehnsucht des Künstlers nach einem heiteren
unbeschwerten Leben aus, welches van Gogh nicht hatte. Bewunderer in der
Künstlergemeinschaft waren Cézanne und Gaugin. Er malte die Sonnenblumen (Symbol
für Freundschaft, Offenheit und Liebe), das Gelb des Kornes, das Gelb der ganzen
Landschaft während der Erntezeit bis hin zum Tod. Er kannte das Gefährliche des
überhellen, versengenden Lichtes. Die Sonne steigt einem zu Kopf. Er war mit
seinem schwefelgelben Strohhut der Sonne ausgesetzt, das leidenschaftliche Malen
im Freien. Er kam phasenweise in psychiatrische Behandlung. So hat das Licht ihn
schöpferisch belebt und zerstört. Aber durch seine schöpferische Energie malte
er mit einer ekstatischen Lichtbesessenheit, mit gleicher Geschwindigkeit, mit
einer manischen Schaffensüberfülltheit in nur 30 Monaten 463 Gemälde, die van
Goghs Weltruhm begründeten. (aus dem Werk: Sämtliche Gemälde, von Ingo F.
Walther, Rainer Metzger Band II und aus dem Buch: Farben von
Ingrid Riedel).
Bilder von van Gogh

Die Sternennacht, 1889, vierzehn Sonnenblumen in einer Vase, 1889 (siehe
Postkarte)

Sämann bei untergehender Sonne, 1888

Selbstbildnis mit Strohhut, 1887

Getreidefeld mit Raben, 1890 (Einer seiner letzten Bilder)
Expressionismus moderne Malerei (20. Jahrhundert 1905 - 1925)
Protest gegen die bestehende Ordnung und somit vielfach gegen das Bürgertum
(Formzertrümmerung)
Brücke
Das Gelb bei den Expressionisten:
Kandinsky – Das Geistige in der Kunst: Kandinskys Bühnenkomposition
"Der gelbe Klang". Es verschwindet plötzlich der äußere Schein jedes Elements
und der innere Wert bekommt einen vollen Klang. Er verzichtet völlig auf eine
Handlung im herkömmlichen Sinne und macht die musikalischen, tanzkünstlerischen
und malerischen Bewegungen selbst zu Handlungsträgern.
Paul Klee – Hin und her gerissen zwischen Malerei und Kunst entscheidet
sich Paul Klee 1898 als Künstler tätig zu sein. Seine Faszination für Musik
führt zum gemeinsamen Versuch Kunst und Musik zu verbinden. Linien und Flächen
überlagern sich zu polyphonen Klangbildern. Durch Untersuchungen entstehen
Rhythmus und Struktur. Auch aus seinen Titeln benutzt Klee immer Begriffe aus
dem Bereich Musik, Melodie und Klang.

Otto Dix – Großstadt Triptychon, 1925-26
Otto Dix (1891-1969) – Die wilden 20iger Jahre, Berlin tanzte Shimmy,
Charleston, Onestep, selbst in der Oper wurde Jazz gespielt. (Bewegung - Gelb)
(Siehe Seite 699 Band II Meisterwerke im Detail)
August Macke, Marc Chagall, Claude Monet

Max Pechstein – das gelbschwarze Trikot, 1909

Max Pechstein – Tanz, 1909

Max Pechstein – Am Strand von Nidden, 1911

Emil Nolde – Masken IV, 1920 und Pfingsten, 1909

Erich Heckel – Selbstbildnis, 1919

Paul Gauguin – Nafea Faa Ipoipo, Wann heiratest Du?, 1892
Ellsworth Kelly
Licht- und Frühlingsgötter
Die germanische Göttin war Freya, ihre Farbe war gelb und eine weibliche Wachstums- und Frühlingssymbolik. Freyas Wochentag war der Freitag, bei den Germanen ein Glückstag. Freya war eine Liebesgöttin, daher alle Bereiche des Freien, der Liebe und Ehe. Bei den Römern kam die Liebessymbolik der Venus hinzu, die sich mit der der Freya verband. Einige Züge dieser jungfraulichen und mütterlichen Göttin gingen in der christlichen Zeit auf Maria über, andere auf die Hexen. Alles galt bis dahin als heilig, bis Freya als Göttin entthront und den Hexen zugeordnet wurde. (Nunmehr galt der Glückstag Freitag als Unglückstag und Hexentag, siehe auch Freitag der 13); Heilpflanzen gehörten zu Maria, Hexenkräuter zu Freya.
Sonnengötter, Christus
Der griechische Helios mit dem Sonnenwagen erscheint in Gelb.
Glänzend gelb ist sein Gewand, Lichtgott ist er zugleich ein Gott der alles
sieht und hört. Die Kunst stellt ihn mit Sonnenscheibe und Strahlenkranz dar.
Der griechische Gott Apollo wird neben anderen Funktionen seit dem 6.
Jahrhundert v. Chr. als Helios verehrt. Er ist nicht nur Lichtbringer, sondern
Gott der Künste, insbesondere für Musik. Neben dem gefallenen Engel Luzifer
(was Lichtbringer heißt) der Erzengel Michael, der den Kampf mit den
Mächten der Dunkelheit führt. Doch weist der als Kämpfer für das Licht nur das
Licht selbst zurück, auf Christus.
Als das Licht der Welt wurde Christus schon in der frühen Gemeinde verehrt und
mit einem goldenen Strahlenkranz oder mit dem goldenen Nimbus um das Haupt
dargestellt. In der christlichen Malerei erscheint der Engel Gabriel bei der
Verkündung der Geburt Christi. Die Gelbsymbolik reicht von der Reichenauer
Buchmalerei bis zu Grünwalds Stuppacher Madonnenaltar.
Das Gelb liegt in der Schöpfung als Erschaffung des Lichtes und seiner täglichen
Wiederkehr aus der Finsternis zugrunde. Der biblische Schöpfungsbericht beginnt
mit der Erschaffung des Lichtes am ersten Tag, auf die die Scheidung des Lichtes
von der Finsternis folgt (1. Mose 1,3-5.)(Psalm 104,2)
Hinduismus und Buddhismus
Der Schöpfergott des Hinduismus Vishnu trägt gelbe Kleider (Schal?). Viele Archetypen des Ursprungs erscheinen in vielen Kulturen in Gelb oder in Gold. Das goldene Ei des Brahma ist golden, die heilige Ursprungssilbe des Hinduismus Om ist gold. Im tibetischen Buddhismus gilt Gelb als die Farbe des Erdelements, das Muladhara-Chakra, später die Farbe Rot. Im Yoga ist die Farbe Gelb dem Solarus-Plexus (das Sonnengeflecht) zugeordnet. Die Natur des Buddha, des Erleuchteten und Erleuchtenden, erscheint oft in gold, der Buddha Ratnasambhava ist der Farbe Gelb zugeordnet.
Pflanzen
Überlieferte Heilwirkung gelber Blumen: goldgelbe Zwiebel des
Türkenbundes,(Gemüts- und Geisteskrankheiten), gelbe Blüten der Strohblume
(Nierenleiden und Wassersucht, Schlüsselblumen (gegen Fieber), Wurzel der
Königskerze (Schutz vor Schlaganfällen). Weitere Pflanzen: gelbes Labkraut,
gelbe Wucherblume, gelbe Königskerze, gelbe Arnika. Gegen Gelbsucht: Schöllkraut,
Johanniskraut, Löwenzahn, Ringel- und Schlüsselblumen, Sumpfdotterblume und
Gänserich.
Bilder von Bachblüten, Ackersenf (Mustard) und Gauklerblume (Mimulus)
Safran: König der Pflanzen
Die berühmteste Farbe zum Gelbfärben ist der Safran. Sie ist als Frühlingsblume
bekannt. Es ist der Krokos. Safran ist kostbar, denn für 1 Kilo Farbstoff
braucht man 100000 bis 200000 Blüten. Damit können etwa 10 Kilo Wolle gefärbt
werden. Für ein Kilo Safran müssen ganze Felder bepflanzt werden. Die Ernste ist
ebenfalls mühsam. Nur die gelben bis orangeroten Staubfäden werden aus den
Blüten herausgezogen. Man trocknet sie bei geringer Wärme im Ofen. Safrangelb
ist ein rötliches Gelb. Safran ist licht - und waschecht. Die Farbe hält ewig.
In Europa konnte man es sich nicht leisten, ganze Kleider mit Safran zu färben.
Safran heißt auf arabisch Farbe, daher der Name. Safran zählt auch als
Heilpflanze bei Salomo, Hippokrates in den Medizinbüchern. Es wirkt stark
erregend, verursacht künstliches Fieber. Die moderne Medizin ist eher skeptisch.
Überall auf der Welt wird es als Gewürz verwendet. Heute kommt es aus Indien
oder China. Safran macht den Kuchen gel. (Kinderlied), als Speisefarbe
verwendet, als Farbstoff bei Liköre; Käse und Parfums und Haarwasser.
Reisgerichte in Indien gelb gefärbt .Auch die französische Bouillabaisse muss
safrangelb sein. Deshalb König der Pflanzen. Die billigere Pflanze war der
Saflor, er ist eine Diestel, in den Pyramiden fand man gelb gefärbte
Baumwollstoffe mit Saflor. Im Mittelalter wurde er dann auch in Europa angebaut,
Saflor ist aber nicht licht- und wasserfest.
Im Straßenverkehr
Gelbe Straßenschilder mit schwarzer Schrift haben die beste Fernwirkung,
Signalfarbe: Gelb
Gelb wurde international Warnfarbe, beim Fußball die gelbe Karte, Gelb gilt als
aufdringlich. Als yellow press bezeichnet man die Skandalblätter. Gelb lenkt
auch auf etwas Gefährliches, Unangenehmes.
In der Werbung
Warme Gelbtöne z.B. die Rama-Familie suggeriert eine heitere friedvolle
Stimmung.
Sonnenschutzmittelgelb vermittelt Vitalität und suggeriert tiefe Bräune, die
sich in der Werbung Frau in gelben Bikini zeigt.
Gelb steht für Information und Kommunikation, im weitesten Sinne für Telepathie,
Nachrichtenübermittlung, Nachrichtenwesen.
Die Post, Telefonzellen, gelbe Mülltonnen …
90 % der Deutschen assoziieren bei der Farbe Gelb die Post.
Ernährung
Viele Lebensmittel sind gelb.
Gemüse und Obst (reifes Obst: Bananen, Zitronen, Honigmelonen, Mais….)
Gelbtöne
Absinthgelb, Altgelb, Bambusfarben, Bananengelb, Barytgelb, Bastgelb, Beigegelb, Bernsteinfarben, Blassgelb, Blond, Buttergelb, Chamois, Champagnerfarben, Chartreusegelb, Chinesischgelb, Chromgelb, Cremegelb, Curry, Dottergelb, Dunkelgelb, Echtgelb, Ecru, Fahlgelb, Flachsgelb, Gelbgrün, Gelborange, Ginstergelb, Goldblond, Goldgelb, Goldocker, Goyagelb, Graugelb, Kalkgelb, Kanariengelb, Knallgelb, Korngelb, Kükengelb, Laubgelb, Lichtgelb, Limonengelb, Maisgelb, Melonengelb, Messing, Mimosengelb, Nakinggelb, Nepalgelb, Nickeltitangelb, Nikotingelb, Ocker, Olivgelb, Pastellgelb, Permanentgelb, Pompejanischgelb, Postgelb, Primelgelb, Quittengelb, Rauchgelb, Rostgelb, Schwefelgelb, Senfgelb, Signalgelb, Sonnenblumengelb, Sonnengelb, Strohblond, Strohgelb, Teegelb, Urgelb, Uringelb, Vanillegelb, Verkehrsgelb, Veroneser Gelb, Wachsgelb, Zartgelb, Zinkgelb und Zitronengelb.
GOLD
Das Gold in der Bibel
Goldgrund der Mosaiken, die den Kirchenraum füllen. Der goldene Nimbus um ihr Haupt stellt Licht und spirituelle Ausstrahlung dar. Gold wurde im frühen Mittelalter verwendet. Liuthar, der Maler des Aachener Ottonen-Kodex, hat den Goldgrund in der abendländischen Malerei eingeführt und damit den Bildgegenstand eine transzendente Dimension verliehen. Der reine Goldgrund steht für den Glaubenshintergrund biblischer Geschehnisse. Diese Kunst galt Christus.
Einige Künstler zur Farbe Gold

Friedensreich Hundertwasser – König der Antipoden, 1995

Gustav Klimt – Die Erwartung, um 1905/09

Gustav Klimt – Der Kuss, 1907/08
Das Gold im Märchen
In zahlreichen Märchen ist der Held oder die Heldin mit den goldenen Haaren
das Glückskind, das zuletzt auch das Glück in der Liebe findet. (Gelbe Haare
haben sogar die Kraft, auch Fehler wieder gutzumachen. Eine alte Formel der
Versöhnung sagt: Um deiner gelben Haare willen).
Märchen in Verbindung mit Gold sind z.B.
Der Froschkönig, Sternentaler, Frau Holle, Rumpelstilzchen, Hans im Glück,
Tischlein deck dich….und und und
Gold hat den höchsten Wert, Liebe (ein goldener Begriff) hat den höchsten Wert,
das Ewige, der Augenblick in Liebe ist der erfüllte Augenblick, das Jetzt, das
die Zeit aus den Angeln hebt und ein Überschwingen ins Transzendente erfahren
lässt.
Was ist Farbe?
Dazu zwei Zitate:
Von René Descartes: Die Farbe existiert nur durch die andere Farbe, die
Dimension wird durch die andere Dimension bestimmt, und es gibt keine Position
außer der Gegenüberstellung mit einer anderen Position. Deshalb sage ich: Die
Beziehung ist das Wesentliche.
Platon: Die Form ist die Grundlage des Schönen, die Farbe ein
Sinnesreiz.
Was bedeutet für mich die Farbe Gelb?
Lebendigkeit und Freiheit
Literaturliste
Mein erstes Kunstbuch, Frances Kennet, Terry Measham
Ingrid Riedel, Farben
Symbolsprache Farbe, Inge und Gerd Schilling
Wie Farben wirken, Eva Heller
Brücke und Berlin, 100 Jahre Expressionismus
Van Gogh, sämtliche Gemälde, Ingo F. Walther. Rainer Metzger
Meisterwerke im Detail, Band I und II, Rose-Marie & Rainer Hagen
links:
Ausbildungen im Fachbereich Kunst und Kunsttherapie
Seminare im Fachbereich Psychologie und Kunsttherapie