Ein ganzheitlich- biologisches Fundament
Dr. rer. nat. Manfred Ade
Menschen mit Berufung zu beratenden und heilkundlichen Dienstleistungen
stehen vor dem
Problem, dass es keine theoretische Klammer für die Vielfalt der Ansätze gibt.
Die Integrale
Biologie vermittelt eine solche Klammer. Pluralität kann so zur Effizienz in
Werbung und Praxis ausgeformt werden. Dies ist um so notwendiger, da Beratung
und Heilkunde zunehmend an sozialer, politischer und ökonomischer Bedeutung
gewinnen und eine mangelnde theoretische Positionierung nicht länger hinnehmbar
scheint. Beratung und Heilkunde müssen Fragen nach ihrer Substanz beantworten,
um in der Gesellschaft bestehen und blühen zu können.
Teile der modernen Biowissenschaften haben sich zu ganzheitlich orientierten
Disziplinen
entwickelt. In stärkerem Maße als bisher werden Grenzen und Möglichkeiten der
konventionellen Ansätze wahr genommen. Dazu kommt, dass eine aktuelle
philosophische Durchdringung der Biowissenschaften, einschließlich medizinischer
Fachrichtungen, begonnen hat. Es wird deutlicher, dass die konventionelle
Forschung als kontingente Kulturform zu werten ist, die zwar leistungsstark ist,
aber keineswegs die einzige Möglichkeit darstellt, Themen wie Gesundheit,
Krankheit, Heilung und Lebensführung fruchtbar zu verfolgen.
Tieferes biologisches Denken zeichnet ein Bild, in dem die geistige und
materielle Entwicklung des Menschen zusammenfällt und sich als umfassende
Naturgeschichte begreifen lässt. Das Geistige ist der Natur zugehörig und
entstammt keinen übernatürlichen Kräften. Dabei wird das Geistige nicht
entzaubert oder trivialisiert, sondern entfaltet sich als substantieller Mythos,
der Antrieb für inneres und äußeres Wachstum des Menschen ist. Nach diesem
Mythos wird sich die Natur im Menschen ihrer selbst bewusst. Es wird ein Ziel
der biologisch-geistigen Entwicklung fassbar, was einem tiefen Bedürfnis des
Menschen entspricht. Der Mensch und seine Lebensäußerungen werden als Produkt
und Produzierendes zugleich geschaut. Er wird als Wesen auf dem Weg
umfassender
Erkenntnis begriffen, das in hohem Maße für seine Entwicklung selbst
verantwortlich ist. Diese Erkenntnis ist nicht an Religion und Dogmatik
gebunden, sondern wird als freie und geistige Bewusstheit vollzogen. Die
Bewusstheit ankert in biologischen Anlagen und schließt daher die Ergebnisse der
Biowissenschaften als Ressource mit ein.
Integrale Biologie erschließt diese Einsichten für die Praxis und setzt sie in handliche Strukturen des Wissens und Handelns um. Es wird ein einheitlicher, argumentativer und sachlicher Rahmen für Berufe geschaffen, deren Ziele ganzheitliche Zugänge zum Menschen sind. Spirituelles Fühlen, Denken und Handeln sind zwanglos als biologisch geankerte Fähigkeiten, d.h. als Anpassungen an die geistige und materielle Umwelt zu sehen. Die Integrale Biologie verschleißt sich dabei nicht mit Versuchen der Letztbegründung oder Beweisen, sondern nimmt auf die spirituelle Dimension als kulturelle, lebenswichtige Leistung des Menschen Bezug.
Die Integrale Biologie schafft ein geistiges Fundament für Akteure in
Handlungsfeldern der
Beratung, Betreuung und Heilkunde. Sie begreift den Menschen als ein
körperlich-geistiges
Geschehen, welches sich im Grunde geistigen Zielen verpflichtet sieht. Sie
ermöglicht eine klare innere Position, die sich in klarer Kommunikation der
jeweiligen Fachkompetenz nach Außen nieder schlägt. Es wird erreicht, dass
Klienten bzw. Patienten ihre spirituelle Würde entdecken und sich ein
individueller Weg in Heilung und Stabilität eröffnet. Biologische,
psychologische und spirituelle Erkenntnisse werden praxisrelevant aufeinander
bezogen und vermittelt.
© Dr. Manfred Ade