20. Januar 2021

Wie lernen Kinder das Lernen? So können Sie dabei unterstützen

Wie lernen Kinder Lernen?

In Zeiten von Corona hat sich sehr viel verändert, gerade auch was das Bildungssystem und die Vermittlung von Wissen betrifft. Was vor den Corona-Schutzmaßnahmen routiniert im Kindergarten oder Schulbetrieb und dann durch die Eltern zu Hause unterstützt an Lerninhalten vermittelt wurde, ist heute eine echte Anstrengung und sehr große Aufgabe für die Eltern und natürlich auch für die Pädagoginnen und Pädagogen. Doch die Herausforderung, das Lernen zu lernen und Spaß daran zu haben, bleibt immer dieselbe, auch wenn sie heute sicherlich größer ist denn je.

Eigentlich sind unsere Kleinsten wahre Lernkünstler – vom ersten Moment an lernen Kleinkinder. Sie lernen Ihre Eltern kennen, Menschen wahrzunehmen, sie lernen Laute nachzumachen und schließlich das Gehen, Sprechen, wie Lesen und Schreiben funktioniert: Wie kleine Schwämme saugen Kinder scheinbar alles in sich auf, was sie interessiert. Doch wenn sie älter werden und schließlich zur Schule gehen, kann sich das schlagartig ändern. Plötzlich wird das Lernen zur Qual, Hausaufgaben ziehen sich wie Kaugummi in die Länge und mit schlechten Noten kommt echte Verzweiflung zu Tage. Woran liegt das? Wie lernen Kinder das Lernen? Welche Möglichkeiten haben Sie als Eltern, Ihr Kind beim Lernen lernen in der Schule bestmöglich zu unterstützen?

Zufrieden mit dem Schulangebot? Das Deutsche Schulbarometer1

Das Deutsche Schulbarometer, eine repräsentative Umfrage des infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag der Robert Bosch Stiftung zusammen mit der ZEIT Verlagsgruppe untersuchte die Zufriedenheit von Eltern und Kindern mit dem Lehrangebot in Deutschland. Dazu wurden 1.011 Eltern von Kindern an Grund- und Weiterführenden Schulen befragt. Die Studie brachte zutage, dass trotz der scheinbar langen Mängelliste angefangen bei Mobbing in der Schule , Schulausfall und ungerechter Benotung, der Großteil der Eltern mit der Schule Ihrer Kinder zufrieden sind (77 Prozent). 72 Prozent der Eltern bestätigen, dass die Lehrkräfte sehr engagiert bei der Sache wären. Doch die scheinbar guten Zensuren für die Schulen kommen oft mit einem „aber“ daher.

Hausaufgaben sind ein großer Knackpunkt

Besonders was die Hausaufgabenbegleitung durch die Eltern angeht, wird viel Zeit investiert. So gaben Eltern von Grundschülern an, dass ca. 66 Prozent der Kinder Unterstützung benötigen. Etwa drei Stunden in der Woche investieren hier Eltern – sogar bis zu sechs Stunden und mehr sind es bei jedem Dritten Grundschüler. Bei den höheren Klassenstufen und Schularten sind es dagegen nur noch 25 Prozent der Eltern, die bei den Hausaufgaben regelmäßig Hilfestellung geben müssen. Allerdings verzeichnet die Umfrage über alle Schularten hinweg eine regelmäßige Hilfe bei Referaten, Klassenarbeitsvorbereitungen und allgemeinem Üben und Lernen. Wie lernen unsere Kinder also heute das Lernen, um möglichst selbstständig zu werden?

Hausaufgabenbegleitung durch die Eltern

Hausaufgabenbegleitung durch die Eltern

Wie lernen Kinder eigentlich wirklich?

Um zu verstehen, wie unsere Kinder lernen, ist es nötig einen kurzen Blick auf das menschliche Gehirn und die Neurowissenschaften zu werfen. Unsere zwei Gehirnhälften sind jeweils für etwas anderes zuständig:

  • Die linke Seite ist das Sprachenzentrum
  • Die rechte Seite ist für die bildliche Darstellung zuständig

Am besten lernen wir Menschen, wenn beide Seiten aktiviert sind – also die Sprache an Bilder gekoppelt werden kann. Als Teilgebiet der Sprachwissenschaft untersucht die Psycholinguistik genau, wie diese Prozesse funktionieren und kommen zu dem Ergebnis: Diese Arbeitsweise können sich Eltern und Lehrer zunutze machen, wenn sie Schüler*innen etwas vermitteln möchten: Dinge visuell aufzubereiten ist das A und O dabei, wie unsere Kinder lernen2.

Das Umfeld bestimmt mit, wie Kinder lernen

Hand aufs Herz, wie lange verbringt Ihr Kind täglich mit dem Smartphone, dem Tablet oder vor dem Fernseher? Die Reizüberflutung, die täglich dank der Digitalisierung auf uns einprasselt, hat eine große Auswirkung darauf, wie Kinder lernen. Etliche Studien und Untersuchungen haben in den letzten Jahren bewiesen, dass der übermäßige Konsum von elektronischen Medien, wenig Schlaf und auch wenig Bewegung großen Einfluss auf die Lernfähigkeit unserer Kinder haben. Manfred Spitzer, Psychiatrie-Professor in Ulm, betont, dass bei zu viel Bildschirmzeit die Entwicklung der Denkfähigkeit und damit auch wie gut Kinder lernen können, maßgeblich beeinträchtigt wird3. Die Psyche und die Digitalisierung sind also gerade bei Kindern echte Antagonisten. Doch neben Fernseher und Co gibt es noch zahlreiche andere Faktoren im Umfeld eines Kindes, die mit darüber entscheiden, wie gut oder schlecht Kinder lernen können.

Die Lernumgebung

Ist es laut, turbulent und chaotisch, wenn Ihr Kind die Hausaufgaben erledigen soll? Eine turbulente Lernumgebung wird sich unweigerlich darauf auswirken, wie gut Ihr Kind lernen kann. Eine ruhige, aufgeräumte Lernumgebung wirkt meist schon wahre Wunder. Unser Tipp: Schaffen Sie Ihrem Kind den Freiraum seine Schularbeiten in Ruhe in seinem oder ihrem Zimmer am Schreibtisch durchzuarbeiten. Damit schaffen Sie gewissermaßen eine Lerninsel, in der sich nur auf den Lernstoff konzentriert wird.

Die Motivation

Oftmals mangelt es nicht an Verständnis, sondern schlichtweg an der Motivation. Viele Kinder kriegen immer wieder zu hören, dass sie das ja eh nicht können oder sowieso nicht auf die Lösung des Problems kommen. Solche Sätze prägen sich vor allem bei den Kindern ein und beeinflussen mit wie gut oder schlecht das Lernen fällt. Gerade Eltern und Lehrer müssen daher ein gutes Mittelmaß zwischen Lob und Kritik finden. Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Schwierigkeiten positiv anzugehen. Sätze wie „ja, das ist schwierig, aber du wirst eine Lösung dazu finden“ können unheimlich anspornend wirken. Testen Sie unterschiedliche Methoden zum Lernen und fragen Sie auch in der Schule nach, wie dort unterrichtet und gelehrt wird.

gutes Mittelmaß zwischen Lob und Kritik finden

gutes Mittelmaß zwischen Lob und Kritik finden

Übrigens: Lern-Bestechungen wie Computerspielzeit oder Shoppen gehen werden Ihrem Kind langfristig nicht dabei helfen, das Lernen zu erlernen.

Der Zeitpunkt

Ganz entscheidend ist auch wann Kinder am besten lernen. Die Hausaufgaben direkt nach der Schule ohne Pause zu erledigen ist nicht für jedes Kind das Optimum. Aber auch kurz vor dem zu Bett gehen ist bei den meisten nach einem langen Tag nicht der richtige Zeitpunkt, um konzentriert zu arbeiten. Dennoch sollten Sie nicht vergessen, jeder Mensch ist anders. Im Idealfall testen Sie mit Ihrem Kind, zu welcher Tageszeit es am besten lernen kann. Diese Zeit sollten Sie dann als Lernzeit festlegen. Dabei zahlt sich ebenfalls aus:

  • Pausen machen
  • Verschiedene Sprachen nicht hintereinander lernen, da es dann zu Verwirrung kommen kann
  • Schlechte Tage akzeptieren (denn die hat wirklich jeder)

Im Zweifelsfall Hilfe holen

Besonders wenn Sie als Elternteil gar nicht mehr weiterkommen und Lernerfolge ausbleiben, ist es sinnvoll sich Hilfe dazu zu holen. Die ersten Ansprechpartner sind dabei Lehrer*innen, denn die haben einen guten Überblick darüber, wo das einzelne Kind steht. Doch darüber hinaus können Sie auch selbst etwas tun: Wie Ihr Kind am besten lernen kann, dabei kann beispielsweise die KEB Weiterbildung (Kinder-Eltern-Bildungsbrücke) unterstützen. Die Weiterbildung zielt darauf ab, Kindern die Möglichkeit zu geben Resilienz zu entwickeln und ist der Weg zur Selbsthilfe aus der Lernkrise heraus.

Weiterbildung als Weg aus der Lernkrise

Weiterbildung als Weg aus der Lernkrise

Lernen heißt kreativ werden

Wie Kinder lernen, das ist sehr individuell. Daher sollten Sie nicht davor zurückscheuen, wenn Ihr Kind dabei kreativ wird – Vokabeln auf Post-its im ganzen Haus verteilt? Das Referat statt mit einer PowerPoint-Präsentation als großes buntes Plakat vorbereiten? Das Wichtigste, was Eltern für Ihre Kinder beim täglichen Kampf mit den Schulaufgaben machen sollten, ist ebenfalls kreativ zu werden. Ausgetretene Wege, Druck und negative Kritik sorgen vielmehr für Demotivation und schlechte Noten, als vielen bewusst ist. Und vergessen Sie nicht: Wie Kinder lernen, davon können wir Erwachsene uns in vielen Fällen eine Scheibe abschneiden!

Quelle1: deutsches-schulportal.de
Quelle2: scoyo.com
Quelle3: tagesspiegel.de

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