16. Februar 2023

Aggressivität bei Kindern steigt an: Was tun?

Aggressivität bei Kindern

Bestimmt kennen Sie das als Eltern alle: Sie holen Ihr Kind vom Kindergarten ab und die Erzieher*innen sprechen Sie darauf an, dass der Tag nicht so schön gelaufen ist. Klein Leonie hat ein anderes Kind in ihrer Wut gebissen. Das kann vorkommen, aber wenn sich solche Vorfälle häufen, dann sollten Eltern dringend handeln. Solche Vorfälle sind in den letzten Jahren kein Einzelfall, so berichten Pädagoginnen und Pädagogen und Erzieher, Erzieherinnen. Immer mehr Kinder zeigen enorme Aggressivität sowie Verhaltensauffälligkeiten und die Zahl der Fälle scheint kontinuierlich anzusteigen. Was bedeutet das für Sie als Eltern? Wie können Sie solchen Wut- und Gewaltausbrüchen entgegenwirken? Wir beleuchten dieses durchaus schwierige Thema hier ausführlich.

Woher kommt Aggressivität bei Kindern?

Ab einem Alter von etwa 2 Jahren erfahren Kinder, dass Ihre Bedürfnisse nicht immer mit denen ihrer Altersgenossen und Erzieher*innen zusammenpassen. Der ein oder andere Wutanfall oder körperliche Aggressionsverhalten wie Hauen, Treten und Beißen sind erstmal ganz natürliche Reaktionen auf Frustration oder Wut. Pädagogen und Pädagoginnen sprechen hierbei vom sogenannten „Trotzphasen“, die zumeist im Alter von einem bis 3,5 Jahren auftreten. Wichtig ist, dass kleine Kinder sich im Sozialgefüge zurechtfinden. Sie müssen also erstmal bestimmte Konfliktlösungsstrategien erlernen:

  • Kinder lernen, aggressive Impulse zu steuern
  • sie lernen, wie sie die eigenen Bedürfnisse angemessen durchsetzen
  • oder eben auch mal zurückstecken zu können

In der Regel wird dieses Sozialverhalten in Kitas und Betreuungseinrichtungen im Zusammenspiel mit anderen Gleichaltrigen erlernt. Wenn es dort aber immer wieder zu erhöhter Aggressivität unter den Kindern kommt, dann ist die Belastungsgrenze der Erzieher und Erzieherinnen rasch erreicht.

Aggressivität und Gewalt gegenüber Kindern: Wenn Erzieher*innen nicht mehr weiter wissen

Bereits 2018 erhielt das Kreisjugendamt Rostock via E-Mail eine richtige Schock-Nachricht1. In einer Kita im Bezirk solle es vermehrt zu verbalen und körperlichen Misshandlungen der Kinder durch die betreuenden Fachkräfte gekommen sein. Auch die Rahmenbedingungen der Kita sollen absolut nicht dem Standard an Hygiene, Aufsichtspflicht oder pädagogischen Angeboten entsprochen haben. Es hagelte Verfahren wegen Verdacht auf Körperverletzung und Nötigung.

Das ist natürlich ein Extremfall. Allerdings zeigt dieser Fall ganz klar, wie angespannt die Situation in deutschen Kindergärten und Kitas ist – und was passieren kann, wenn Erzieher*innen mit Aggressivitätsproblemen bei Kindern alleine gelassen werden.

Die Politik handelt: KiTa-Qualitätsgesetz

Eines ist klar: Die Erzieher*innen müssen in ihrer Aufgabe gestärkt werden, unsere Kinder fachgerecht zu betreuen. Dabei soll Ihnen ab dem 1. Januar 2023 das neue Kita-Qualitätsgesetz helfen2. Darin wird die Kinderbetreuung in Deutschland weiterentwickelt und die Rahmenbedingungen für ein gutes Aufwachsen unserer Kinder gelegt, so Bundesfamilienministerin Lisa Paus. Dabei spielen diese Punkte eine zentrale Rolle:

  • bedarfsgerechte Angebote
  • Fachkraft-Kind-Schlüssel
  • Qualifizierte Fachkräfte gewinnen und halten
  • Starke Leitung
  • Sprachliche Bildung
  • Verschiedene Maßnahmen zur kindlichen Entwicklung, Gesundheit, Ernährung und Bewegung

Das Gesetz soll den Druck von Erzieher*innen nehmen, um unsere Kinder besser zu betreuen und Aggressivität von und gegenüber Kindern zu reduzieren.

Aggressionsverhalten wie Hauen, Treten und Beißen oft natürliche Reaktionen

Aggressionsverhalten wie Hauen, Treten und Beißen oft natürliche Reaktionen

Wann wird Aggression bei Kindern gefährlich?

Immer dann, wenn vermehrt aggressives Verhalten auftritt, sollten Eltern hellhörig werden. Eltern und Betreuer*innen sollten klar unterscheiden, ob es sich um „normales“ entwicklungsbasiertes Verhalten handelt oder um ein pathologisches Problem. Letzteres tritt besonders bei Kindern im Schulalter auf.

Aggressives Verhalten und Attacken gehen oft mit anderen Problemen einher, so Expert*innen:

  • „Hibbeligkeit“
  • generelle Unruhe
  • mangelnde Konzentration
  • Entwicklungsrückstände

Kinder, die wirklich aggressiv sind, provozieren oftmals Situationen, in denen sich Ihre Wut entladen kann. Ein klassisches Beispiel ist Mobbing in der Schule. Ängste, mangelnde Selbstwertgefühle oder Depressivität können ebenfalls Ursachen sein.

Bei gesteigerter Aggressivität bei Kindern auf professionelle Hilfe setzen

Sie wissen als Elternteil nicht mehr weiter? Dann sollten Sie sich auf jeden Fall externe professionelle Hilfe hinzuholen. Oftmals finden wir uns als Eltern in einem Käfig der Verzweiflung wieder – eigentlich möchten wir unserem Kind ja nur das Beste bieten, das bricht aber immer wieder in Gewalt aus. Wenden Sie sich als erstes an Ihre/Ihren Kinderärzt*in, der/die kann Sie weiterverweisen.

Sie möchten selbst etwas gegen die steigende Aggressivität bei Kindern tun? Dann absolvieren Sie beispielsweise unsere Ausbildung systemische Kinder- und Jugendtherapie oder unsere Ausbildung zur systemischen Kinder- und Jugendberatung und erlernen Sie, in welchen sozialen Gefügen unsere Kleinen mitunter feststecken.

Ihr Kind ist aggressiv? Das hilft Ihnen direkt weiter

Für Eltern ist es schwer, mit Aggressivität ihrer Kinder umzugehen. Dennoch haben Sie eine Chance, dem entgegenzuwirken. Diese praktischen Schritte sollten Sie beim Eingreifen beachten:

  • Sobald Ihr Kind schlägt oder beißt, greifen Sie sofort ein
  • Erklären Sie in bestimmten aber ruhigem Tonfall, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist – schimpfen bringt wenig
  • Sprechen Sie das Kind mit seinem Namen an und berühren Sie es dabei – das zeigt, dass Sie da sind und verleiht den Worten Nachdruck
  • Kümmern Sie sich um die Bedürfnisse beider Streitparteien

Sie können bereits im Vorfeld viel tun, um Aggressivität bei Ihrem Kind gar nicht erst in einem großen Ausmaß entstehen zu lassen. Dazu gehört es, klare Grenzen zu setzen aber dem Kind dennoch genug Freiraum zu lassen. Reagieren Sie aktiv, sparen Sie aber an „nein“. Denn zu oft genutzt schwächt sich ein nein ab, nutzen Sie lieber „stopp“ und „nein“ für die absolute Grenze. Erklären Sie Ihrem Kind die Regeln, die Sie aufstellen – denn wenn es diese begreift, dann wird es sich auch eher daranhalten. Und zu guter Letzt: Belohnen Sie positives Verhalten ganz gezielt. So bestärken Sie es darin, diese positiven Verhaltensweisen zu wiederholen.

Quelle1: zeit.de
Quelle2: bmfsfj.de

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