6. Februar 2023

Hilfe, bin ich schon ein Hypochonder?

Ab wann ist man Hypochonder?

Hand aufs Herz: Wie oft in den letzten zwei Jahren waren Sie der absolut festen Überzeugung „das MUSS jetzt einfach Corona sein“? Bestimmt mehr als einmal, oder? Diese Gedanken klingen vor dem Hintergrund einer Pandemie relativ normal und ein bisschen Angst davor krank zu werden, gehört irgendwie immer dazu. Besonders dann, wenn wir es nicht brauchen. Hypochonder dagegen leiden dauerhaft unter der Angst, zu erkranken. Was im Theaterstück „Der eingebildete Kranke“ noch unterhaltsam wirkt, kann im realen Leben schnell zu einer gravierenden Belastung für Betroffene und Angehörige werden.

Wir gehen der Krankheit „Hypochondrie“ auf den Grund, zeigen Ursachen und geben Hilfestellung für Betroffene, um diese Belastung hinter sich zu lassen.

Was ist eigentlich ein Hypochonder?

Die Bezeichnung Hypochonder leitet sich von der Krankheitsangststörung, früher gerne Hypochondrie genannt, ab. Betroffene leiden dabei dauerhaft unter der krankhaften Vorstellung, tödlich krank zu werden/zu sein und richten ihr gesamtes Leben nach dieser Angststörung aus. Davon betroffen ist etwa eine von 100 Personen in Deutschland1 – bei ihnen übernimmt die Angststörung und die daraus resultierenden Zwänge den Alltag und auch das allgemeine Wohlbefinden auf gravierende Art und Weise.

Symptome eines Hypochonders

Die Symptome der Krankheitsangststörung können sehr vielfältig sein. Klassischerweise treten aber diese auf:

  • Dauerhaftes Beobachten des eigenen Körpers
  • Stundenlange Recherche über Krankheiten
  • Überschätzung der Gesundheitsbedrohung
  • Zwanghafte Suche nach Sicherheit zum Beispiel durch ständige Untersuchungen in den unterschiedlichsten Facharztpraxen oder gar Notaufnahmen

Menschen, die zu Hypochondrie neigen, rechnen bei jedem Ziehen in der Brust direkt mit dem Allerschlimmsten wie zum Beispiel einer Herzerkrankung. Ein Flimmern vor den Augen, wird schnell zu einer schweren Multiple Sklerose Erkrankung und jede noch so kleine Unregelmäßigkeit führt zu weiteren Selbstdiagnosen der schwersten Krankheiten. Ebenso charakteristisch: Entwarnungen gibt es quasi nicht. Wenn die ärztlichen Untersuchungen kein Krankheitsbild finden, dann bedeutet das für hypochondrisch veranlagte Menschen in vielen Fällen nicht, dass da nichts ist, sondern dass noch nichts gefunden wurde – die Suche geht also unermüdlich weiter.

Hypochondrie - das Leben wird nach der Angststörung ausgerichtet

Hypochondrie – das Leben wird nach der Angststörung ausgerichtet

Die Folgen der Krankheitsangststörung für Betroffene

Die Symptome der psychischen Erkrankung führen unweigerlich dazu, dass sich Betroffene sozial isolieren. Zum einen dreht sich alles nur noch um potentielle, schwere Krankheiten, zum anderen versuchen sie sich zu schützen. Weitere Folgen sind:

  • Gedankenkarussell – wie krank bin ich
  • Schlafmangel
  • Dauerhaftes Stressgefühl
  • Vermeidung von Situationen, die die Angst triggern
  • Abkapselung
  • Depressionen

Besonders am Anfang der psychischen Erkrankung werden Hypochonder noch belächelt. Verstärken sich die oben genannten Symptome allerdings zu einer generellen Angst im Alltag und der oder die Betroffene kapselt sich immer weiter ab, dann sollten die Alarmglocken anschlagen.

Erschütternde Situationen, Kindheit, Unsicherheiten: Das sind die Ursachen für Hypochondrie

Die Ursachen für die Erkrankung von Hypochondern sind genauso individuell, wie der oder die einzelne selbst. Allerdings gibt es bestimmte wiederkehrende Tendenzen. So berichtet Prof. Dr. Ulrich Voderholzer, Chefarzt für Psychosomatik und Psychotherapie an der Schön Klinik in Prien am Chiemsee, dass die meisten Hypochonder einen schweren Verlust besonders einer Bezugsperson erlitten haben2.

Daraus resultieren Traumata, die nicht verarbeitet wurden. Weitere Ursachen für eine Hypochondrie können sein:

  • Erziehungsstile, die die „falsche“ Einstellung gegenüber Krankheiten erzeugen
  • Unsicherheiten, besonders dann, wenn eine unsichere Phase des Lebens ansteht, wie der Einstieg in den Beruf

Natürlich bedeutet es nicht, dass Personen, die traumatische oder einschneidende Erlebnisse durchlitten haben, direkt an Hypochondrie erkranken müssen. Allerdings erhöht sich mit diesen Risikofaktoren die Gefahr einer psychischen Erkrankung.

Wie mit Hypochondern umgehen?

Der Begriff „Hypochonder“ wird umgangssprachlich heute vor allem abwertend gegenüber Personen, die viele Zweifel und Ängste äußern genutzt – diese Stigmatisierung fällt auf die tatsächlich
Betroffenen zurück und hinterlässt mitunter tiefe Spuren. Daher ist es wichtig, dass diese psychische Erkrankung ernst genommen wird. Wenn Sie jemanden kennen, der von Hypochondrie betroffen ist, dann sollten Sie ihm helfen oder gegebenenfalls professionelle Hilfe mit anstoßen.

Hypochondrie - Betroffene isolieren sich sozial

Hypochondrie – Betroffene isolieren sich sozial

Das können Sie selbst tun

Besonders als Angehörige*r oder Freund*in von einem Hypochonder sollten Sie die Ängste Ihres Gegenübers zunächst nicht ins Lächerliche ziehen oder abtun. Für Betroffene sind diese Ängste sehr real und bilden gewissermaßen einen Käfig, aus dem sie besonders nach einigen Jahren mit der Erkrankung nicht ausbrechen können. Gehen Sie daher mit Betroffenen behutsam um, sprechen Sie mit Ihnen und unterstützen Sie gegebenenfalls dabei, sich Hilfe zu holen. Denn in den meisten Fällen ist ein Hypochonder auf externe Hilfe angewiesen.

Therapeutische Behandlung von Hypochondrie

Expert*innen empfehlen bei Hypochondrie ganz bestimmte Therapien wie zum Beispiel eine kognitive Verhaltenstherapie. Da oftmals als Ursache für die psychische Erkrankung ein Trauma identifiziert werden kann, sollten Sie sich Rat bei einer*m Psychotherapeut*in mit Ausbildung in der Traumaberatung suchen. Interessant sind auch Gesundheitstherapien mit Schwerpunkt Entspannung und Achtsamkeit,  suchen. Interessant sind auch , da Hypochonder in den meisten Fällen überhaupt nicht mehr abschalten können, geschweige denn ein achtsames Verhältnis zu sich selbst haben.

Aufgabe der Gesellschaft: Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen

Hypochonder sind also Menschen, die unter einer Krankheitsangststörung leiden. Diese Erkrankung zählt heute zu einer der psychischen Erkrankungen, die immer noch unter einer gewissen Tabuisierung durch unsere Gesellschaft leiden. Betroffene und Angehörige würden davon profitieren, wenn wir alle unseren Blick für und auf diese Erkrankungen schärfen und einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen statt Menschen, die davon betroffen sind, pauschal zu stigmatisieren. Das beginnt schon im Kleinen: Nutzen Sie das Wort Hypochonder mit Bedacht – bereits diese kleine Geste kann großes bewirken.

Quelle1: apotheken-umschau.de
Quelle2: nationalgeographic.de

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